Wissenschaftliche Arbeiten von Florian Naporra
Dipl.-Kfm, Dipl.-Hdl.
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Alterns- und altersgerechtes Personalmanagement
vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen:

Schritte zur Umsetzung des Tarifvertrags "Lebensarbeitszeit
und Demografie" der chemischen Industrie
bei der Dr. R. Pfleger Chemische Fabrik GmbH

Diploarbeit Personalmanagement Demografie

Diplomarbeit von Florian Naporra
in Zusammenarbeit mit der
Dr. R. Pfleger Chemische Fabrik GmbH, Bamberg

Universität Bamberg
Studiengang: Wirtschaftspädagogik (Diplom)
Abgabe: 14. August 2009

Note: 1,0

Die Arbeit kann über den Autor erworben werden.
Bitte wenden Sie sich an Florian Naporra unter Tel. (0 94 05) 12 06.

 

Inhalt

Seite

Kap.

Bezeichnung

9

1

Problemstellung und Gang der Untersuchung

12

2

Die demografische Entwicklung als Herausforderung für Unternehmen

12

2.1


Demografischer Wandel in Deutschland, Bayern und Bamberg

12 2.1.1 Begriffe, Abgrenzungen und Einschränkungen
13 2.1.2 Entwicklungen auf der Ebene der Gesamtbevölkerung
13 2.1.2.1 Fertilität und Mortalität
15 2.1.2.2 Migration
16 2.1.2.3 Größe und Struktur der Gesamtbevölkerung
19 2.1.3 Entwicklungen auf der Ebene der Erwerbsbevölkerung
19 2.1.3.1 Größe und Struktur der Erwerbsbevölkerung
22 2.1.3.2 Entwicklungstendenzen am Arbeitsmarkt
23 2.1.3.3 Die Entwicklung der Erwerbs- und Beschäftigungsquoten
26 2.1.4 Die wichtigsten Auswirkungen im Kontext dieser Arbeit
26 2.1.4.1 Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften
28 2.1.4.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersversorgung

30

2.2

Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Produktivität älterer Mitarbeiter
31 2.2.1 Begriffe
32 2.2.2 Einflussfaktoren der Arbeitsleistung und Auswirkungen von Arbeit
35 2.2.3 Der Einfluss von Altern und Alter auf Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft
36 2.2.3.1 Funktionelle Leistungsfähigkeit und Gesundheit
39 2.2.3.2 Qualifikation und berufliche Handlungskompetenz
40 2.2.3.3 Leistungsbereitschaft
41 2.2.3.4 Stärken und Schwächen jüngerer und älterer Mitarbeiter

42

2.3

Zielsetzungen und Handlungsfelder zur Gestaltung der Auswirkungen des demografischen Wandels
42 2.3.1 Allgemeine Notwendigkeit und Zielsetzung
43 2.3.1.1 Erhalt von funktioneller Leistungsfähigkeit und Gesundheit
44 2.3.1.2 Erhalt von Qualifikation und beruflicher Handlungskompetenz
44 2.3.1.3 Erhalt der Leistungsbereitschaft
45 2.3.2 Handlungsfelder des Tarifvertrags "Lebensarbeitszeit und Demografie" der chemischen Industrie
46 2.3.3 Bewertung und Durchsetzung von Maßnahmen

48

3

Unternehmenspräsentation und interne Demografieanalyse

48

3.1


Die Dr. R. Pfleger Chemische Fabrik GmbH

48 3.1.1 Unternehmen
48 3.1.2 Organisations- und Qualifikationsstruktur

49

3.2


Interne Demografieanalyse

49 3.2.1 Tarifliche Vorgaben und Zielsetzung
50 3.2.2 Analyse der Gesamtbelegschaft
53 3.2.3 Analyse verschiedener Funktionsgruppen
54 3.2.4 Zwischenfazit

55

4

Verwendung des Demografiefonds

55

4.1


Allgemeine Regelungen und Überblick

56 4.2

Betriebsvereinbarung zum Demografiefonds


56

4.3


Beurteilung der Alternativen zur Gestaltung eines vorzeitigen oder gleitenden Übergangs in den Ruhestand

57 4.3.1 Optionen außerhalb des Demografiefonds
58 4.3.1.1 Individuelle betriebliche Förderung
58 4.3.1.2 Vorzeitiger Zugriff auf die betriebliche oder private Altersversorgung
59 4.3.1.3 Vorzeitiger Zugriff auf die gesetzliche Altersrente
63 4.3.2 Langzeitkonten
67 4.3.3 Altersteilzeit
70 4.3.4 Teilrente
70 4.3.4.1 Förderung von Teilrente bei Teilzeit
72 4.3.4.2 Förderung von Teilrente bei Freistellung

74

4.4


Beurteilung der Vorsorgemodelle

74 4.4.1 Berufsunfähigkeitszusatzversicherung Chemie (BUC)
76 4.4.2 Tarifliche Altersvorsorge
76 4.4.2.1 Allgemeine tarifliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge
76 4.4.2.2 Durchführungswege der Altersvorsorge bei Pfleger und deren bisherige Inanspruchnahme
78 4.4.2.3 Förderung durch den Demografiefonds

79

4.5


Fazit zur Verwendung des Demografiefonds


81

5

Ansatzpunkte eines demografieorientierten Personalmanagements

81

5.1


Gestaltung der Arbeit

81 5.1.1 Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung
82 5.1.1.1 Allgemeine ergonomische Anforderungen
82 5.1.1.2 Spezifische Gestaltungshinweise für Büroarbeit und Außendienst
83 5.1.1.3 Einsatz geeigneter Arbeitsmittel
84 5.1.1.4 Gestaltung der Arbeitsumgebung
84 5.1.2 Gestaltung von Arbeitsaufgabe bzw. -inhalt
86 5.1.3 Alternsgerechter Personaleinsatz
87 5.1.3.1 Individuelle Laufbahnplanung
89 5.1.3.2 Job-Rotation
90 5.1.3.2 Spezielle Einsatzfelder für ältere Mitarbeiter
91 5.1.3.4 Betriebliches Eingliederungsmanagement

91

5.2


Gestaltung der Arbeitszeit

92 5.2.1 Alterns- und altersbedingte Herausforderungen an die Arbeitszeitgestaltung
92 5.2.2 Allgemeine Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung im Innendienst
93 5.2.2.1 Flexible Einteilung der individuellen Arbeitszeit
94 5.2.2.2 Individuelle Verringerung der Regelarbeitszeit
95 5.2.2.3 Optionen für Freistellungen von der Arbeit
96 5.2.2.4 Gewährung von Erholungspausen
96 5.2.2.5 Gleitender und vorzeitger Übergang in den Ruhestand
97 5.2.3 Alternsgerechte Ausgestaltung der Schichtarbeit
97 5.2.3.1 Spezifische Belastungen durch Schichtarbeit
99 5.2.3.2 Schichtplangestaltung
100 5.2.3.3 Berücksichtigung individueller Faktoren
101 5.2.3.4 Weitere verhältnispräventive Ansatzpunkte
101 5.2.3.5 Entwicklung und Implementierung neuer Schichtmodelle
102 5.2.4 Gestaltung der Arbeitszeit im Außendienst

103

5.3


Betriebliche Gesundheitsförderung

103 5.3.1 Begriffe und Abgrenzungen
104 5.3.2 Verhaltenspräventive Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung
104 5.3.2.1 Förderung des individuellen Gesundheitsbewusstseins
105 5.3.2.2 Stressprävention
105 5.3.2.3 Förderung von Bewegung
106 5.3.2.4 Förderung einer gesunden Ernährung
106 5.3.2.5 Suchtprävention und Nichtraucherschutz
107 5.3.2.6 Vorsorgeuntersuchungen und individuelle Gesundheitsberatung
107 5.3.2.7 Spezielle Empfehlungen für Mitarbeiter im Schichtdienst
108 5.3.2.8 Spezifische Angebote für Mitarbeiter im Außendienst

108

5.4


Qualifizierung der Mitarbeiter

108 5.4.1 Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs und Qualifizierungsplanung
109 5.4.2 Qualifizierungsangebote für Pfleger-Mitarbeiter
110 5.4.3 Motivierung älterer Mitarbeiter zur Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen
111 5.4.4 Aspekte einer altersgerechten Didaktik
114 5.4.5 Arbeitsintegriertes Lernen

115

5.5


Gewinnung neuer Mitarbeiter

115 5.5.1 Förderung des Arbeitgeberimages
115 5.5.2 Berufsausbildung
115 5.5.3 Rekrutierung von Fach- und Führungskräften
117 5.5.4 Langfristige Personalbedarfsplanung
118 5.5.5 Gestaltung der Altersstrukturen im Betrieb

118

5.6


Erfahrungs- und Wissenstransfer

118 5.6.1 Wissen
119 5.6.2 Wissenstransfer als Herausforderung zur Sicherung des Betriebswissens
120 5.6.3 Barrieren des Wissenstransfers
121 5.6.4 Organisatorische Umsetzung des Wissenstransfers

122

5.7


Führung, Motivierung und Bindung bestehender Mitarbeiter

122 5.7.1 Gute Führung und deren zentrale Bedeutung
124 5.7.2 Merkmale einer altersgerechten Führung
124 5.7.3 Handlungsempfehlungen für Pfleger
125 5.7.4 Retention Management zur Mitarbeiterbindung

127

5.8


Abschließende Umsetzungsempfehlungen

127 5.8.1 Sensibilisierung von Mitarbeitern und Führungskräften für die Notwendigkeit einer demografieorientierten Personalpolitik
128 5.8.2 Implementierung eines weit gefassten betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)
128 5.8.2.1 BGM als "Dachkonzept" für alterns- und altersgerechtes Personalmanagement
129 5.8.2.2 Einbindung von Mitarbeitern und externen Experten
130 5.8.2.3 Ablauf und Inhalte von BGM-Projekten
132 5.8.3 Umsetzung weiterer Handlungsansätze

133

6

Fazit und Ausblick

136


Literaturverzeichnis

152


Abbildungen
154   Tabellen

155



Anhang A: Ergänzungen

179


Anhang B: Gesetzestexte
(relevante Auszüge)

 

Problemstellung und Gang der Untersuchung

Mit teilweise bedrohlich klingenden Schlagzeilen wie „‚Das Demographie-Problem‘ (Süddeutsche Zeitung, 20.8.2006), die ‚Demografiefalle‘ (Die Zeit, 16.5.2007) oder ‚Überalterung‘ (Hamburger Abendblatt, 23.10.2007)“ (MORSCHHÄUSER/OCHS/HUBER 2008, 21) wird in der Presse immer wieder auf die beiden zentralen demografischen Trends hingewiesen, die Unternehmen in den kommenden Jahren bewältigen müssen: Die Erwerbsbevölkerung wird immer älter, und bei der strategischen Ressource* qualifizierter Arbeitskräfte ist eine ernst zu nehmende Knappheit absehbar.

Diese Veränderungen erfordern „einen grundsätzlichen Perspektivenwechsel in der Personalpolitik“ (GERLMAIER 2007, 110). Das Personalmanagement steht deswegen vor großen – und teilweise vollkommen neuartigen – Herausforderungen. „Problematisch wirkt sich der demografische Wandel insbesondere dann aus, wenn Unternehmen nicht frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um darauf zu reagieren“ (PREZEWOWSKY 2007, 40).

Die Sozialpartner der chemischen Industrie in Deutschland haben deswegen 2008 den Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ (TLD) abgeschlossen. Er zielt darauf ab, „durch zukunftsfähige Rahmenregelungen eine nachhaltige und vorausschauende Personalpolitik zu ermöglichen“ (PRÄAMBEL DES TLD). Für die Unternehmens- und Personalleitung der Dr. R. Pfleger Chemische Fabrik GmbH gibt der Tarifvertrag einen zusätzlichen Anstoß und Anregungen für die ohnehin geplante, stärker an der demografischen Entwicklung orientierte, Ausgestaltung des personalpolitischen Handelns. Die vorliegende Diplomarbeit unterstützt diesen Veränderungsprozess und die Umsetzung der verpflichtenden Elemente des Tarifvertrags in vier Schritten:

Als erster Schritt (Abschnitt 2.1) erfolgt eine detaillierte Analyse der erwarteten demografischen Veränderungen in Deutschland und im räumlichen Umfeld des Unternehmenssitzes Bamberg. Zielsetzung aus personalpolitischer Sicht ist, deren Auswirkungen auf die zukünftige Altersstruktur und Verfügbarkeit von Arbeitskräften zu erörtern. Mit Blick auf die Verwendungsalternativen des Demografiefonds werden zudem die absehbaren Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Rentenhöhe analysiert.

Die Alterung der Gesellschaft und ein steigendes, durchschnittliches Renteneintrittsalter führen dazu, dass der Altersdurchschnitt von Beschäftigten in den kommenden Jahren deutlich ansteigen wird. Unternehmen stehen deshalb vor der Situation, ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit mit immer mehr älteren Mitarbeitern gewährleisten zu müssen. In einem zweiten Schritt (Abschnitt 2.2) wird deshalb untersucht, wie sich Altern und ein höheres Alter auf Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und damit auf die Produktivität von Mitarbeitern auswirken können. Diese zu erhalten, ist eine zentrale – aber durchaus bewältigbare – Herausforderung für erfolgreiches Personalmanagement. Ziele und allgemeine Handlungsansätze dafür präzisiert Abschnitt 2.3, der auch die Handlungsfelder aufzeigt, die der Tarifvertrag zu diesem Zweck vorsieht.

Als dritter Schritt werden die beiden Aufgaben des Tarifvertrags abgearbeitet, für die eine zeitliche Befristung bis Ende 2009 verbindlich geregelt ist. Das ist erstens (Kapitel 3) die interne „Demografieanalyse“ bzw. die Untersuchung der Altersstruktur(en) im Unternehmen und eine Abschätzung von deren voraussichtlicher Entwicklung. Ihre Ergebnisse fließen in die weiteren Ausführungen ein. Zweitens ist die Verwendung des „Demografiefonds“ festzulegen, für den das Unternehmen ab 2010 zunächst 300 € pro Mitarbeiter bereitstellen muss (Kapitel 4). Dazu werden die fünf zulässigen Alternativen zur Verwendung dieser Mittel detailliert geprüft, beurteilt und mit ihren Vor- und Nachteilen einander gegenübergestellt.

Kapitel 5 greift die in Abschnitt 2.3 bereits kurz eingeführten personalpolitischen Handlungsfelder auf, da diese Arbeit als vierten Schritt den Zweck verfolgt, einem stärker an den demografischen Herausforderungen ausgerichteten Personalmanagement über den Tarifvertrag hinaus ein wissenschaftliches Fundament zu geben. Personalmanagement wird dabei verstanden als „arbeitsteiliger und integrativer Prozeß, der die Personalabteilung ebenso betrifft wie die Linienführungskräfte“ (SCHOLZ 2000, 1). Dazu werden die Anforderungen erläutert, welche die einschlägige Literatur an die Gestaltung der Auswirkungen des demografischen Wandels** im Unternehmen stellt, und geeignete Handlungsansätze, sowie auch einige konkrete Maßnahmen in den relevanten Handlungsfeldern dazu aufgezeigt.

Die Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsumgebung, Arbeitsinhalt und Arbeitszeit, ein geeigneter Personaleinsatz, gute Führung und betriebliche Gesundheitsförderung sind zentrale Handlungsfelder eines alterns- und altersgerechten*** Personalmanagements. Darüber hinaus beleuchtet Kapitel 5 die Aspekte Rekrutierung, Qualifizierung und Bindung von Mitarbeitern, sowie den notwendigen Wissenstransfer v. a. beim Ausscheiden von Wissensträgern. Die Hauptzielsetzung entsprechender Handlungsansätze ist der Erhalt einer leistungsfähigen Belegschaft. Hier gilt es absehbare „Verrentungswellen“ zu bewältigen, wenn die „Babyboomer“ das Rentenalter erreichen – bei einem zeitgleichen Mangel von qualifizierten Nachwuchskräften am Arbeitsmarkt.

Parallel zu den vier genannten Schritten soll diese Diplomarbeit einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Unternehmensleitung, Führungskräfte und Betriebsrat über notwendige (und zum Teil bereits geplante) personalpolitische Veränderungen und Maßnahmen zu informieren und sie für deren Notwendigkeit zu sensibilisieren. Das gleiche gilt für alle Mitarbeiter, die sich für die Thematik interessieren oder in den Umsetzungsprozess eingebunden werden.
Ergänzend wird ein Teil der zitierten Fachliteratur im Unternehmen in Form einer kleinen „Bibliothek zum demografischen Wandel“ bereitgestellt. Im Literaturverzeichnis sind die dafür ausgewählten Quellen gekennzeichnet.

* „Central to this ‚resource-based view’ is the idea that the firm is essentially a pool of resources and capabilities, and that the resources and capabilities are the primary determinants of its strategy” (GRANT 2002, 133).

** Diese Formulierung wird in der Präambel des TLD verwendet.

*** „Altersgerecht“ bedeutet, älteren Mitarbeitern gerecht zu werden. Alternsgerecht dagegen bedeutet, allen Altersgruppen oder den jeweils betroffenen Mitarbeitern in Bezug auf ihr Alter gerecht zu werden. Der Begriff „alternsgerecht“ hat sich in der Fachliteratur etabliert. Deswegen wird er in der vorliegenden Arbeit verwendet, obwohl er nicht im Duden enthalten ist.

 

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